Förderrunde 2006
2006 entschied der Stiftungsrat, zwei Projekte zu fördern.
Acht Förderanträge gingen in 2006 ein, wovon vier den Förderrichtlinien entsprachen. Diese bildeten interessanterweise zwei Themenblöcke. Zum Einen der Block "Privates wird öffentlich gemacht" mit Anträgen zu den Themen Biobanken und elektronische Gesundheitskarte. Zum Anderen der Block "Privatisierung des öffentlichen Raums" mit Anträgen zu den Themen (Video-)Überwachung und Kontrolle.
Um eine effektive Förderung sicherzustellen entschied der Stiftungesrat , je ein Projekt pro Block zu fördern. Er folgte somit der Empfehlung des Beirats der StifterInnen.
Die Förderprojekte sind:

Bioskop e.V.
Informationelle Selbstbestimmung im Zeitalter der Biobanker
Im Gesundheitswesen gibt es viele unerkannte Gelegenheiten, eine Spur mit medizinischen Daten und Blut- und Gewebeproben zu hinterlassen. Diese werden zunehmend ohne Einwilligung für wissenschaftliche und kommerzielle Ziele in so genannten Biobanken gelagert und genutzt. Auf lange Sicht entstehen molekulargenetische Begründungen, um Menschen mit "Risikofaktoren" aus Arbeitssektoren oder sozialstaatlichen Leistungsansprüchen auszuschließen und ihre Fortpflanzung zu kontrollieren. Der Verein Bioskop will Informationen über Biobanken zusammentragen und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, Einfluss auf das geplante Gendiagnostikgesetz nehmen, Proteste gegen einzelne Biobank-Projekte organisieren und öffentlich zur Verweigerung der Datenabgabe mobilisieren. Die Stiftung bridge unterstützt die Arbeit von Bioskop mit 7.000 €.
Weblink:
http://www.bioskop-forum.de/themen/biobanken/bb_start.html

Leipziger Kamera
10 Jahre Videoüberwachung sind genug
Öffentlicher Raum in Städten geht mehr und mehr verloren. In ihm entfaltet sich eine unsichtbare Architektur von elektronischen, digitalen Technologien, die den Raum ähnlich wie analoge Mauern und Gitter neu strukturieren, beispielsweise Videoüberwachung, Biometrie und intelligente Logistiksysteme wie die Funkchips RFID. Zusätzlich werden ehemals Öffentliche Räume wie Bahnhöfe und innerstädtische Straßen durch Kommerzialisierung und Privatisierung umgewidmet. Soziale Gruppen, die der Imagepolitik zu schaden scheinen werden stigmatisiert, diskriminiert und teilweise kriminalisiert. Von hoher Symbolfunktion ist die Videoüberwachung der Leipziger Innenstadt als bundesweiter Ausgangspunkt der Überwachung öffentlicher Räume. Die Gruppe "Leipziger Kamera" will mit ihrer lokalen Kampagne, mit öffentlichen Aktionen und Veranstaltungen Ausgangspunkt einer überregionalen überwachungskritischen Bewegung werden. Ziel ist es, ein Recht für eine Stadt für alle zu reklamieren. Geplant sind auch Aktionen international bekannter Anti-Überwachungs-AktivistInnen in Leipzig. Die Stiftung bridge unterstützt die Arbeit der Leipziger Kamera mit 4.000 €.
Weblink:
http://leipzigerkamera.twoday.net/
